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Am 12. Mai 2005 entschied der EuropŠische Gerichtshof in Luxemburg, da§ es, gemŠ§ dem Abkommen von 1993 zwischen der EuropŠischen Union und Ungarn, nach dem 31. MŠrz 2007 nicht mehr erlaubt sein wird, die Bezeichnung ÒTOCAIÓ fŸr unseren friaulischen, trockenen Wei§wein zu verwenden, weil der Name zu gro§e KlangŠhnlichkeit mit dem sŸ§en ungarischen Dessertwein ÒTokajiÓ aufweist.
FRIULVINI kann nicht hinnehmen, da§ die Trauben zuerst mit der Bezeichnung TOCAI in den Weinbottich gelangen und nach dem Keltern einfach die Weinbezeichnung FRIULANO herauskommt, die nunmehr von der Region Friaul Julisch Venetien gewŠhlt und gebilligt wurde.
Wir sind dagegen, da§ 800 Jahre Geschichte einfach gelšscht werden und haben die gerechtfertigten Proteste von Ÿber 2000 Mitgliedern des friaulischen Winzerverbandes und der Verbraucher gesammelt. Mit diesen Unterlagen legen wir beim EuropŠischen Gerichtshof Berufung gegen das Urteil ein.
Sollte der Berufungsantrag nicht den gewŸnschten Erfolg erzielen, wird FRIULVINI ab dem Jahr 2007 das neue provozierende Etikett verwenden, das Gianfranco Angelico Benvenuto entworfen hat. Auf diesem Etikett kann man das Wort TOCAI lesen, obwohl es gar nicht in dieser Form gedruckt ist.
Die grafische Lšsung hierfŸr ist ein Akrostichon, bei dem die Anfangsbuchstaben von senkrecht angeordneten Wortfolgen einen Namen, in diesem Fall TOCAI, ergeben. Hierzu werden die Wšrter Terre Orientali Carnico Adriatiche Italiane verwendet (die Weinbaugebiete fŸr den TOCAI) und die Initialen jeweils grafisch hervorgehoben.
Diesen Kalender widmen wir dem TOCAI. Wie es sich fŸr einen Star schickt.
Rino Deotto
PrŠsident Friulvini
DER KALENDER DES LETZTEN TOCAI
Zwšlf Monate, um die Geschichte vom Geschmack, vom Duft und von der Farbe zu erzŠhlen. Eine Geschichte, die sich im Wechsel der Jahreszeiten abspielt und in Einklang mit dem Wirken und Wissen des Menschen erfolgt. Eine Geschichte, die seit Ÿber 800 Jahren mit dem friaulischem Boden verwurzelt ist und von Gianfranco Angelico Benvenuto in Fotografien umgesetzt wurde, die diese ErzŠhlung als symbolhafte RŸckbesinnung darstellen.
Fast wie ein Film spielt sich die Geschichte ab: zu Anfang sehen wir eine symboltrŠchtige Reise in die Vergangenheit, wo der Fotograf zurŸckgreift auf ein Oldtimer-Motorrad, auf alte Stoffe mit Blumenmustern, wie sie fŸr die friaulischen Trachten verwendet wurden, auf StrohhŸte, auf Weinbottiche, in denen die Trauben zerstampft wurden, und auf eine Ziehharmonika. Aber besonders augenfŠllig ist die heitere Unbeschwertheit bei den Dorffesten, wo seit jeher Ð und bis auf den heutigen Tag Ð Musik und Tanz gepaart mit Wein, fršhlichen Stimmen und GelŠchter den Tagesablauf bestimmen.
†ber diese Kulturmerkmale mšchte FRIULVINI die historischen Traditionen wiederaufleben lassen, da sie ausschlaggebend sind fŸr die Entstehung und die QualitŠt des friaulischen Tocai, dessen Name jetzt untersagt werden soll.
Die zwšlf Fotografien von Benvenuto veranschaulichen den Geist, der diesen Traditionen innewohnt. Und sie tun dies mit besonderer Eindringlichkeit und SchŠrfe, die darauf abzielen, Zeichen und Signale auszusenden, auf da§ diese Lebensart, wenn auch in erneuerter und zeitgemŠ§er Form, wertegetreu bestehen bleibt.
Es entsteht eine Art Hymne an das Leben und an die Lebensfreude, die uns, zu Anfang, mit der jungen Frau auf dem alten Motorrad, zur heiteren Weinlese bringt, wo der Arbeitsrhythmus dem Willen der Natur folgt.
Die Weinlese dauert auf den Bildern symbolhaft ein ganzes Jahr, sie wird kurz unterbrochen durch die Fu§waschung, die einen imaginŠren Bogen spannt zwischen Heiligem und Profanem. Das Waschen der FŸ§e erfolgt traditionsgemŠ§ in alten WaschschŸsseln. Das nŠchste Bild ist von gro§er Sinnlichkeit geprŠgt. Wir sind Zeuge eines Kusses, der das ganze Ritual besiegelt. Diese Sinnlichkeit ist es, die Ÿberleitet zum Tanz der jungen Frauen, die mit den rhythmischen Bewegungen ihrer FŸ§e den Saft aus den reifen Trauben pressen. Der Tanz wird immer hektischer und ungestŸmer: Gesten, Formen und Farben verbinden sich im fršhlichen Treiben der jungen Menschen. Von diesem Trubel kehrt man dann zurŸck zu ruhigeren, besinnlichen Herbst- und Winterbildern, die uns durch blŠuliche, kalte Farben betšren. In Anlehnung an die Malerei erlebt hier die Hell-Dunkel-Technik ihren Hšhepunkt, indem sie uns, einem Film Šhnlich, in Erwartungshaltung versetzt. Wir erwarten, da§ das Fest und die ArbeitsablŠufe erneut stattfinden, da§ sie sich immer wiederholen und dabei die Erinnerung an die 800 Jahre Geschichte mit sich fŸhren.
Sabrina Zannier
Januar
Auf dem Motorrad ohne Sorgen
Februar
Letzte Vorbereitungen auf dem Hof
MŠrz
Der erste Bottich fŸr einen Tocai der Sonderklasse
April
Hoffnungsvoll erklingt die Ziehharmonika<
Mai
Sorglos, frivol und hingebungsvoll: vor dem Traubenstampfen werden die F٤e gewaschen
Juni
Ein Kuss gibt den Weg frei zum Traubenstampfen
Juli
Ein Fest, ein Tanz É ein Ritual: das Traubenstampfen
August
Bunte Formen und Gestalten gepaart mit Bewegungen, GefŸhlen, DŸften, FarbenÉ
September
Der Most schmeckt nach Tradition und Ritual
Oktober
In the evening an accordion steals a heart.
November
Was tust du, Mond, am Himmel? Sag mir, was du tust, stiller Mond É
Dezember
Hell und lieblich ist die Nacht und nichts regt sichÉ